Juli 10, 2020

Warum eine Immobilienaktie in ein ausgewogenes Portfolio eines Anlegers gehört

Es war ein legendärer und zum Teil nachdenklicher Auftritt von Marc Friedrich im ZDF. Er, der Crashprophet, zeigt uns allen die Abgründe des momentanen mönetären Systems auf. Banken werden ins Verderben stürzen und die Staaten gleich mit. Wir alle werden betroffen sein vom beispielslosen Zusammenbruch der Wirtschaft. Nichts wird je wieder so sein wie zuvor. Das Verblüffende daran ist, dass sich so viele Menschen davon instrumentalisieren lassen. Von völlig überzogenen Behauptungen, die lediglich an haltlosen Fakten hängen, die zumal nur den Standpunkt von Herrn Friedrich untermauern und dabei in keiner Weise auf die Gegenposition eingehen. Aber weshalb fahren die Massen dann darauf ab, wenn es angeblich gar nicht richtig ist, was der Buchautor alles erzählt?

Eigentlich ist diese ganze Angelegenheit relativ simpel zu erklären. Die Leute wollen nun mal das hören, woran sie glauben und denken. Zu ihrem Vorteil werden die Sorgen noch davon bekräftigt, dass es eben tatsächlich keine Zinsen gibt. Alles, was sonst drumherum geredet wird, ist dann natürlich auch automatisch richtig. Und wenn ein Buch schließlich einen Namen trägt, der Emotionen hochkochen lässt, ist die Sache klar. Die meisten schalten ihren Verstand aus und plaudern eifrig nach, was das Buch und speziell dessen Inhalt ihnen gelehrt hat. Ob das nun stimmt oder nicht, ist von absolut sekundärer Bedeutung. Dabei verstehen die Menschen leider nicht, dass sie gefangen sind. Gefangen in ihrer eigenen Wahrnehmung. Unser aller Gehirn ist eben darauf ausgerichtet, diejenigen Informationen deutlich schneller und bewusster aufzunehmen, als die, welche unserer Position nicht entsprechen. Hilfreich wäre es an dieser Stelle, einen neutrale Haltung einzunehmen und die Dinge einmal so zu sehen, wie sie in der Realität sind. Natürlich propagiert Friedrich in seinem Buch mit den dort dargelegten Fakten eine scheinbare Wirklichkeit, doch sollte sich jeder Vernünftige doch ernsthaft hinterfragen, ob eine Relität aus nur einer Sichtweise resultieren kann. Wohl kaum. Viel sinnvoller erscheint hier doch eine sorgfältige Abwägung und Differenzierung. Wenn dies stets vorgenommen würde, hätten solch affektgeladene Auftritte wie bei Maybrit Illner kaum eine Chance. Wer im Übrigen die Fähigkeit besitzt, die Fakten von beiderlei Standpunkt aus zu betrachten, der ist absolut rational. Rationalität, das hat sich einmal mehr herausgestellt, ist jedoch ist eine solch kostbare Gabe, dass sie nicht jedem Menschen, gar nur sehr wenigen, gewidmet ist.

Ist es also besser, wie Marc Friedrich empfiehlt, seine Geldanlage ausschließlich in Sachwerte wie Gold oder Whiskey zu investieren? Wenn Sie gerade aufgepasst haben und über ein ausgeprägteres Denkvermögen besitzen, so sollte Ihnen wieder eine Sache aufgefallen sein. Das Engagement, ein Investment lediglich auf eine einzige Sparte zu verteilen, ist reichlich risikobehaftet. Merken Sie sich bitte, insofern Sie kein Geld opfern wollen, dass es stets ratsam ist, sein Vermögen auf unterschiedliche Klassen zu streuen. Und dazu gehören nun mal nicht ausschließlich Sachwerte, wenngleich sich diese, zugegebenermaßen, wiederum unterteilen können. Natürlich gehören dort Bereiche wie der eben genannte Whiskey- oder Goldsektor dazu. Und ja, auch Oldtimers, Gemälde und Land zählen zu Sachwerten. Jetzt könnte man meinen, ein Portfoilo, welches aus all diesen Faktoren aufgebaut ist, wird wohl diversifiziert genug sein. Doch das ist es nun mal nicht. Warum? Dazu muss man verstehen, dass das große Ganze, also unser monetäres Wirtschaftssystem im Grunde genommen zweierlei Gelegenheit für Investoren bietet. Sachwerte und Geldwerte. Nichts anderes. Beliebig zugefügte Kriterien lassen sich letztendlich dennoch auf einen dieser beiden Oberbegriffe zurückführen. Jetzt ist es aber überdies so, dass sich die Zinsen, auch wenn Herr Friedrich hier eine fundamental andere Meinung vertritt ( was in einer Demokratie schließlich legitim ist und das auch bleiben sollte ), verändern. Das mag sicher nicht von heute auf morgen die großen Veränderungen des zugrunde liegenden Zinssatzes mit sich bringen. Es ist aber eine Tatsache, die uns alleine die Vergangenheit in ausreichendem Maße gelehrt hat, dass Zinssätze variieren. Von dieser gefestigten Grundannahme ausgehend, erscheint die Folgerung, wonach einmal Geldwerte vorteilhafter sein können ( nämlich bei hohen Zinsen ) und einmal Sachwerte ( wie eben jetzt ), einleuchtend. An dieser Stelle zeigt sich nun, dass der Vorschlag von Marc Friedrich nur eine Seite der Medaille abdecken würde. Es ist schön und gut, ausschließlich in Sachwerten investiert zu sein, und das mag auch gut gehen. Die Frage, die sich allerdings immer gestellt werden sollte, ist jene, ob ein solcher Vorstoß auch für die breite Masse konkurrenzfähig ist. Wenn sich alle für ihre persönliche beziehungsweise private Altersvorsorge nur auf Sachwerte konzentieren, dieser Plan aber nicht aufgeht, was ist dann? Aber wieso, aus welchem unersichtlichen Grund, sollte der Plan auch nicht aufgehen? Stellen Sie sich dazu einfach einmal folgendes Szenario vor. Das Vertrauen in Staaten, Banken und die EZB kehrt zurück, weil die Einsicht und Vernunft die Ängste und Sorgen überwunden hat. Das Vertrauen in die weltweiten Aktienmärkte kehrt zurück, weil diese einmal mehr eine Krise wett gemacht haben und dadurch bewiesen, dass sie das Maß aller Dinge in puncto Geldanlage waren und dies noch immer sind. Was würde in einem solchen Fall aller Wahrscheinlichkeit nach folgen? Nicht auszuschließen ist, dass die Nachfrage in Aktien und teilweise auch in Festgeldkonten ( unter der Voraussetzung, dass auch dort die Zinsen wieder steigen ) erhöht wird, und gleichzeitig das Interesse an Sachwerten in entsprechendem Umfang sinkt. Sinkt also das Interesse und damit natürlich auch die Nachfrage bei mindestens dem gleichen Angebot, so müssen die Preise nach den freien Gesetzen des Marktes fallen. Das kann noch nicht einmal der größte Kritiker leugnen, weil es sich hier nun mal um eine allgemeine Wahrheit handelt.

Das alles soll also nun gezeigt haben, wie gefährlich es ist, seine gewünschte Vermögensbildung auf ausschließlich eine Seite des Blattes zu konzentrieren. Zu einem wirklich ausgewogenen Portfoilo gehören immer viele unterschiedliche und vor allem voneinander unabhängige Schichten zusammen. Wenn die Rede von unabhängig voneinander ist, so sollte Ihnen, nach all dem hier Erzählten, ein Licht aufgehen. Es bedeutet nämlich nichts anderes, dass neben Sachwerten jeglicher Art eben auch solche Assetklassen wie Aktien aufgenommen werden müssen oder dies zumindest sollten. Nun besteht aber eine ganz Besondere Möglichkeit, die einen tollen Kompromiss schafft, quasi eine Brücke über die verfeindeten Gruppen schlägt. Die Rede ist von Immobilienaktien. Diese decken in einem Produkt beide Bereiche ab. Man hat zwar zum einen und vornehmlich Aktien, die von vielen leider noch immer als feindselig betrachtet werden, aber eben solche, die sich mit Immobilien beschäftigen. Und Immobilien sind nun mal Sachwerte. Wer also keinerlei Chancen verpassen will, der sollte ein Investment preferieren, das sowohl Aktien als auch, und zwar zum gleichen Zeitpunkt, Immobilien abdeckt. Auf diese Art und Weise kann von beiden Sektoren profitiert werden. Damit Ihre Vermögensbildung oder Altersvorsorge differenziert und in erster Linie erfolgreich abläuft.

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